Das Museum de Fundatie wurde von dem Kunstliebhaber und Sammler Dirk Hannema gegründet. Wer war er, und wie ist das Museum de Fundatie entstanden?
Ein junger Regisseur
Dirk Hannema wurde 1921 Direktor des Museum Boymans in Rotterdam. Damals war er erst 26 Jahre alt. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Museum zu einer bedeutenden Institution, besonders nach der Eröffnung des neuen Gebäudes im Jahr 1935.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Hannema zu einer umstrittenen Figur. Er arbeitete mit den neuen Machthabern zusammen, weil er glaubte, auf diese Weise das Museum und die niederländische Kunst am besten schützen zu können.
Außerdem kaufte er für das Museum Boymans das Gemälde Die Emmausjünger. Er hielt es für ein Werk von Vermeer. Nach dem Krieg stellte sich jedoch heraus, dass das Gemälde eine Fälschung von Han van Meegeren war. Aufgrund dieser Ereignisse konnte Hannema nach dem Krieg nicht als Direktor des Museum Boymans zurückkehren.
Ein eigenes Museum
Danach widmete sich Hannema ganz seiner eigenen Kunstsammlung, die er bereits seit seiner Jugend aufgebaut hatte. Im Jahr 1958 brachte Dirk Hannema seine Sammlung nach Kasteel het Nijenhuis. Dort zog er auch selbst ein. Hannema mietete das Schloss für einen symbolischen Betrag. Die Provinz Overijssel ließ das Schloss gründlich restaurieren und kaufte es 1968.
Hannema öffnete seine Kunstsammlung für Besucherinnen und Besucher, die um eine Führung baten. Bis ins hohe Alter führte er selbst Menschen durch das Schloss und entlang seiner Kunstwerke. 1964 schenkte Hannema seine Sammlung der Hannema-de Stuers Fundatie. Dirk Hannema starb 1984.
Hannemas Vermeers
1937 kaufte das Museum Boymans das Gemälde Die Emmausjünger. Hannema war damals Direktor des Museums. Das Gemälde kostete 520.000 Gulden. Das war zu jener Zeit eine enorme Summe. Hannema und viele andere Kunstkenner waren überzeugt, dass das Bild von Johannes Vermeer stammte. Doch 1945 zeigte sich, dass dies nicht stimmte. Das Gemälde war von dem Meisterfälscher Han van Meegeren geschaffen worden.
Hannema hielt trotzdem daran fest, dass Die Emmausjünger ein echter Vermeer sei. Er interessierte sich kaum für die Beweise, die auf eine Fälschung hinwiesen. Bis zu seinem Tod blieb er bei seiner Überzeugung, dass das Gemälde echt sei. Später schrieb Hannema noch weitere Gemälde Vermeer zu. Er war nämlich der Meinung, dass Vermeers Werk viel umfangreicher gewesen sein müsse als die rund vierzig Gemälde, die heute bekannt sind.
In der Fundatie-Sammlung befinden sich sieben Gemälde, von denen Hannema fest überzeugt war, dass sie von Vermeer stammten. Dabei handelt es sich nicht um Fälschungen wie Die Emmausjünger. Es sind echte Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert, aber sie wurden nicht von Vermeer gemalt. Bei einigen Werken wissen wir inzwischen, wer der tatsächliche Maler war. Bei anderen ist weitere Forschung nötig, um ihre Urheberschaft zu klären.